Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
SP-Nationalrätin Barbara Gysi, Kantonsrätin Karin Hasler, der Präsident der SP Kanton St.Gallen Noam Leiser und Kantonsrat Florian Kobler (v.l.n.r.) bei der Lancierung der Initiative «Sonderkredit Aus- und Weiterbildungsoffensive zur Bekämpfung des Fachkräftemangels». Bild: mw
Die SP Kanton St.Gallen will den Fachkräftemangel mit einem Sonderkredit von 50Millionen Franken bekämpfen.
Politik Die SP Kanton St.Gallen hat am Dienstagmorgen eine Volksinitiative für eine «Aus- und Weiterbildungsoffensive zur Bekämpfung des Fachkräftemangels» lanciert. Im Zentrum steht ein Sonderkredit von 50 Millionen Franken, mit dem Menschen finanziell unterstützt werden sollen, die eine Ausbildung, Weiterbildung, Nachqualifikation oder Zweitausbildung in einem Mangelberuf absolvieren. Die Partei begründet den Vorstoss mit einem zunehmend spürbaren Fachkräftemangel im Kanton. «In zahlreichen Branchen fehlten qualifizierte Arbeitskräfte, was sich auf die Qualität von Dienstleistungen, die Versorgungssicherheit und die Standortattraktivität auswirke», sagt Noam Leiser, Präsident der SP Kanton St.Gallen.
Nach Ansicht der SP scheitern viele Aus- und Weiterbildungsvorhaben vor allem an finanziellen Hürden. Neben Ausbildungs- und Kinderbetreuungskosten nennt die Partei insbesondere den Wegfall des bisherigen Erwerbseinkommens während der Ausbildung. Der vorgesehene Sonderkredit soll deshalb gezielt Personen unterstützen, die eine anerkannte Aus- oder Weiterbildung in einem Bereich mit ausgewiesenem Fachkräftemangel in Angriff nehmen. Die Beiträge sollen Ausbildungs- und Betreuungskosten decken sowie Einkommensausfälle abfedern.
Neben der individuellen Förderung sieht die Initiative Anschubfinanzierungen für Pilotprojekte vor. Damit sollen Arbeitgebende in betroffenen Branchen die Arbeitsbedingungen verbessern und Fachpersonen länger im Beruf halten. Das Geld soll in die Branchen des Gesundheit-, Bau-, Bildung- und Sicherheitssektors fliessen. «Grundsätzlich setzen wir hier aber keine Leitplanken und wollen das Geld branchenunabhängig eingesetzt sehen», sagt Leiser am Dienstag.
Die Initiative ist beim Kanton als Einheitsinitiative hängig. Die Regierung hat ihre Zulässigkeit Anfang September festgestellt, die SP hat ihr Begehren am Dienstagmorgen lanciert. Für einen erfolgreichen Volksentscheid benötigt eine kantonale Verfassungsinitiative in St.Gallen in der Regel die Unterschriften von mindestens 4000 Stimmberechtigten. Eingereicht werden müssen die Unterschriften bis am 22. März 2027.
Von Marino Walser
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