Fabian Diem
will eine Weiterentwicklung der Stiftung Zeitvorsorge forcieren.
Dank Weihnachtsbeleuchtung herrscht eine besondere Atmosphäre am Gossauer Weihnachtslauf. z.V.g.
Seit der ersten Durchführung 1988 hat sich der Gossauer Weihnachtslauf sehr gut entwickelt und so gehört er seit vielen Jahren zu den bekanntesten Stadtläufen der Ostschweiz. Vier Personen aus Gossau erzählen, was der Traditionsanlass für sie bedeutet.
Weihnachtslauf Der Stadtlauf in Gossau geht auf den Sportlehrer Max Bont zurück, der am Gymnasium Friedberg unterrichtete und nebenbei eine Leichtathletiktrainings-gemeinschaft leitete, aus der 1972 die LAG Gossau entstand. Bont wollte einen Gossauer Stadtlauf ins Leben rufen, doch da er 1984 unerwartet verstarb, kam es nicht mehr dazu. Seine Weggefährten bei der LAG liessen Bonts Traum vier Jahre später mit der ersten Austragung des Gossauer Weihnachtslauf als Max-Bont-Gedenklauf aber Realität werden. Der erste OK-Präsident war Nöbi Wenk, der schon bei der LAG-Gründung eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Neben ihm erzählen der heutige OK-Präsident Dave Mathis, Franziska Geser-Burch, technische Leiterin der LAG und selbst jahrelang Mitglied im OK sowie der begeisterte Gossauer Läufer Florian Kobler, was der Gossauer Weihnachtslauf für sie bedeutet.
Zusammen mit Freunden und Kollegen aus verschiedenen Vereinen habe ich den ersten Lauf 1988 geplant. Wir wollten nicht einen «gewöhnlichen» Lauf auf die Beine stellen, sondern bewusst einen Weihnachtslauf. Diesem durfte ich während der ersten zehn Jahre als OK-Präsident vorstehen. Die Giebelbeleuchtung im Stadtzentrum sollte für die passende Kulisse und Atmosphäre sorgen. Sie begeistert mich und auch die teilnehmenden Sportlerinnen sowie die mitfiebernden Zuschauer noch heute. Die Tatsache, dass nun bereits der 36. Lauf stattfinden kann, ehrt uns Gründungsmitglieder und alle, die sich für die Veranstaltung engagieren. Meine grosse Anerkennung gilt den verschiedenen Vereinen, die seit Beginn in der Organisation und Durchführung mithelfen. Dass trotz kleinen Preisgeldern Spitzenläuferinnen und Spitzenläufer nach Gossau kommen, zeigt den Stellenwert des Laufs. Eine besondere Erinnerung bleibt für mich die Teilnahme der Rollstuhlsportler wie Heinz Frei, die während einigen Jahren in Gossau an den Start gingen. Die grosse Anzahl von Kindern und Jugendlichen am Weihnachtslauf freut mich unerhört. Jung und Alt werten den Lauf ausserordentlich auf. Dass ich als «Urahn» des Weihnachts-laufes einen Teil zum guten Gelingen beigetragen habe, macht mich bis heute stolz und dankbar.
Seit meiner Schulzeit in Gossau bin ich diesem Lauf eng verbunden. In der Vorweihnachtszeit Emotionen zu wecken und die Stimmung entlang der Strecke zu erleben, bedeutet mir viel. Als leidenschaftlicher Strassenläufer schätze ich den Perspektivenwechsel zum Organisator, denn ich weiss, wie sich die Läuferinnen und Läufer fühlen. Als Präsident kann ich am Lauftag nicht selbst starten, da ich zahlreiche Aufgaben übernehme: Absprachen mit Behörden, Rennleitung, Bauteam und Speaker sowie laufende Kontrollen. Früher bin ich oft selbst mitgelaufen. Insgesamt dürfte ich rund 10- bis 15-mal am Start gestanden haben. Wie bei vielen Gossauer Kindern kam ich in der Schule erstmals mit dem Weihnachtslauf in Kontakt. Das Schülertraining, oft begleitet von bekannten Persönlichkeiten, die Tipps gaben und Autogramme verteilten, war damals fast «Pflicht». Ich liebe die magischen Momente am Weihnachtslauf: Schneeflocken, beleuchtete Fassaden, der Duft von Glühwein und das Funkeln in den Augen der Läuferinnen und Läufer. Viele solcher Augenblicke durfte ich erleben – von live gespielten Panflötenklängen früherer Jahre bis zum weissen Weihnachtslauf 2023. Als Präsident erfüllt es mich mit grosser Freude, diesen einzigartigen Winterlaufanlass sicher auf die Gossauer Strassen zu bringen. Teil eines nichtkommerziellen Events mit vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern zu sein, die einen so grossen Anlass ermöglichen, macht mich stolz – ebenso wie die zahlreichen positiven Rückmeldungen von Teilnehmenden und Zuschauenden.
Ich war an jedem Gossauer Weihnachtslauf dabei – sei es als Läuferin und/oder OK-Mitglied. Vor der Premiere 1988 machte der damalige OK-Präsident Nöbi Wenk als Sportlehrer in der Rosenau Werbung für den Anlass und so stand ich als Schülerin an der Startlinie. Da eine grosse Anzahl Lauffreudige den Lauf absolvieren wollten, wurden wir am Start immer wieder vertröstet, wir müssten uns noch etwas gedulden, es gebe Verzögerungen. Gerne schaue ich auch auf die intensive Zeit im OK zurück. Wir hatten ein tolles Team und waren sehr motiviert, allen Teilnehmenden und Helfenden gute Rennbedingungen zu ermöglichen. Herzliche Begegnungen mit den Rollstuhlsportlern Heinz Frei, Marcel Hug oder dem damaligen Nachwuchstalent Catherine Debrunner waren sehr berührend. Im Schülertraining hatten wir unter anderem Besuch von Schweizer Spitzensportlern wie André Bucher, Oliver Bernhard oder Markus Hagmann, der heute Dominik Lobalu trainiert. Früher verpackten wir gemeinsam an einem Abend über 6'500 Ausschreibungen und 3'000 Startnummern, gestalteten eine Läuferzeitung oder bündelten im Sommer Sicherheitsnadeln. Der Fax lief jeweils heiss und der Telefonbeantworter musste besprochen werden. Die Verleihung des Gossauer Preises an das OK des Weihnachtslauf 2004 bleibt genauso in schöner Erinnerung wie auch die vielen Begegnungen mit Sportlerinnen und Sportlern, Sponsoren und Helfenden. Heute begleite ich insbesondere junge Läuferinnen und Läufer am und vor dem Weihnachtslauf.
Als Kind lief ich bei der ersten Austragung des Weihnachtslaufs mit, weitere Teilnahmen folgten. Obwohl der damalige OK-Präsident Nöbi Wenk mein Sekundarlehrer war, konnte er mich als Jugendlicher nicht zum Mitlaufen bewegen, andere Dinge waren wichtiger. Anfang 20 entdeckte ich dann meine Leidenschaft für den Laufsport. Der Startschuss war mein «Comeback» beim Weihnachtslauf. Ermutigt durch eine gute Klassierung folgte bald mein erster Marathon. Seither bin ich wenn immer möglich dabei. Viele Momente bleiben unvergessen, etwa das «Gossauer Tripple» mit drei Starts an einem Abend. Getragen von den «Hopp»-Rufen der Zuschauerinnen und Zuschauer spürte ich keine Müdigkeit. Am schönsten waren die Teilnahmen mit meinen Kindern. Wie sie an meiner Hand Richtung Ziellinie liefen, werde ich nie vergessen. Sie waren alle so stolz. Der Weihnachtslauf ist ein besonderer Anlass, die festliche Atmosphäre, die vielen Zuschauer und Helfer. Er hat sich kaum verändert, und das ist gut so.
Von Tobias Baumann
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